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Viele Kandidat:innen passten auf den ersten Blick. Im Prozess zeigte sich jedoch etwas anderes.

Für ein Unternehmen aus dem Softwareumfeld begleiteten wir die Besetzung einer Senior Finance Manager Position. Die Rolle war in einem kleineren, international eingebundenen Unternehmen angesiedelt, wurde jedoch über die Holding ausgeschrieben.

Das führte zu hoher Aufmerksamkeit im Kandidat:innenmarkt für Senior Finance Profile im Softwareumfeld. Im Prozess wurde jedoch schnell ein klares Muster sichtbar:

Viele Kandidat:innen interessierten sich zunächst für den Namen der Gruppe. Im weiteren Verlauf wurde deutlich, dass die tatsächliche Rolle, die Arbeitsweise im Unternehmen und die fachlichen Anforderungen häufig nicht zu den Erwartungen passten.

Christian Dreischmeier, Recruiting-Experte aus unserem Team, hat diesen Prozess durchgeführt und musste die Vorauswahl im Verlauf mehrfach anpassen.

Die Herausforderung lag also nicht in der Anzahl der Bewerbungen, sondern in der richtigen Einordnung und Auswahl.

Im Interview geht es unter anderem darum,

› warum viele Bewerbungen in diesem Fall ein Problem als ein Vorteil waren

› woran sich früh gezeigt hat, dass Erwartungen und Rolle auseinandergehen

› wie die Vorauswahl im laufenden Prozess angepasst wurde

› warum am Ende eine kleinere Pipeline zu besseren Entscheidungen führte


Christian, lass uns direkt einsteigen: Worum ging es in dem Projekt genau?

In dem Fall ging es um die Position als Finance Manager (m/w/d) in einem Softwareunternehmen, das Teil einer internationalen Gruppe ist.

Die Rolle war als zentrale Finance-Funktion im Unternehmen angelegt. Der Fokus lag weniger auf klassischer Teamführung, sondern deutlich stärker auf operativer Arbeit, also auf Zahlen, Analysen und der Zusammenarbeit im internationalen Umfeld.

Gesucht war kein reiner Strategietyp, sondern jemand, der selbst tief in die Themen einsteigt und gleichzeitig versteht, wie sich ein wachsendes Softwareunternehmen strukturell weiterentwickelt.

Hinzu kam, dass sich durch die Einbindung in die Unternehmensgruppe Prozesse und Verantwortlichkeiten teilweise verändert hatten und eine stärkere internationale Ausrichtung erforderten.

Dadurch wurde ein Profil benötigt, das fachlich auf Senior-Niveau arbeitet und mit solchen Veränderungen umgehen kann.


Was war aus deiner Sicht die größte Herausforderung in der Suche?

Die größte Herausforderung war, dass die Position am Anfang häufig anders eingeordnet wurde, als sie tatsächlich im Unternehmen angelegt war.

Viele Kandidat:innen gingen von einer Rolle im Konzernumfeld aus. Gleichzeitig zeigte sich im Prozess, dass ein Großteil der Profile eher für andere Strukturen ausgelegt war.

Das führte zwar zu vielen Bewerbungen, jedoch häufig mit Erwartungen, die nicht zur tatsächlichen Rolle passten.

Im Prozess wurde schnell klar, dass einige Profile auf den ersten Blick sehr seniorig wirkten, teilweise sogar überqualifiziert waren. Gleichzeitig passten sie weder fachlich noch vom Arbeitsstil zum Umfeld.

Ein wichtiger Punkt war dabei der operative Anspruch. Gesucht wurde jemand, der sehr sicher mit Excel arbeitet und auch selbst tief in die Zahlen einsteigt. Viele Kandidat:innen kamen jedoch aus stärker systemgetriebenen Strukturen und wollten diese operative Tiefe nicht mehr übernehmen.

Gerade in kleineren Softwareunternehmen sind Prozesse oft pragmatischer und weniger stark standardisiert. Genau dieses Umfeld musste zur Person passen.

Dadurch wurde im Verlauf klar, dass die Position anders dargestellt werden muss, um die richtigen Erwartungen zu setzen.


Hast Du im Verlauf gemerkt, dass die Position anders wahrgenommen wird als gedacht?

Ja, relativ schnell. Genau daraus hat sich im Prozess dann eine klare Anpassung ergeben.

Wir haben bewusst den Fokus stärker auf das Unternehmen, die konkreten Aufgaben und die tatsächlichen Rahmenbedingungen gelegt.

Dadurch wurde für Kandidat:innen schneller klar, worum es in der Rolle wirklich geht und was sie im Alltag erwartet.

Die Folge war, dass sich bewusst weniger Kandidat:innen angesprochen fühlten. Gleichzeitig wurden die Gespräche deutlich passender und zielführender.


Welche Maßnahmen hast du im Recruiting eingesetzt?

Es wurden verschiedene Kanäle parallel genutzt, unter anderem LinkedIn Job Slots und Active Sourcing.

Im Active Sourcing zeigte sich jedoch schnell, dass der regionale Markt begrenzt ist. Gerade im Raum Karlsbad in Baden-Württemberg ließ sich nur eine überschaubare Anzahl wirklich passender Kandidat:innen identifizieren.

Die bessere Resonanz kam letztlich über den LinkedIn Job Slot.

Entscheidend war am Ende aber nicht der Kanal, sondern die Qualität der Vorqualifizierung.

Mit potenziell passenden Kandidat:innen wurden ausführliche telefonische Erstgespräche geführt. Dabei ging es nicht nur um die fachliche Eignung, sondern vor allem darum, früh zu klären, ob echtes Interesse an der tatsächlichen Rolle besteht oder eher an der übergeordneten Unternehmensgruppe.


Wie hat sich das Ganze in der Pipeline widerspiegelt?

Die Pipeline war am Ende bewusst klein und stark vorqualifiziert.

Im gesamten Prozess wurden 95 Kandidat:innen kontaktiert. Daraus entstanden 16 telefonische Erstgespräche, von denen 5 Kandidat:innen an den Kunden weitergeleitet wurden.

Im weiteren Verlauf führten 4 Kandidat:innen ein erstes Interview, 2 davon gingen in die zweite Runde. Am Ende konnte eine Position erfolgreich besetzt werden.

Deshalb lag der Fokus bewusst darauf, die Auswahl konsequent einzugrenzen und nur Kandidat:innen vorzustellen, die wirklich zur Rolle und zum Umfeld passen.


Was war für dich rückblickend der entscheidende Erfolgsfaktor?

Der entscheidende Faktor war, die Rolle und das Umfeld wirklich genau zu verstehen.

Es ging nicht darum, möglichst viele Kandidat:innen zu identifizieren, sondern gezielt diejenigen herauszufiltern, die zum Unternehmen passen.

Dafür musste klar sein, wie die Rolle im Alltag tatsächlich aussieht, welche Anforderungen sie mit sich bringt und in welchem Umfeld sie angesiedelt ist.

Ein wichtiger Teil davon war auch, früh zu erkennen, wer sich tatsächlich mit der Position auseinandergesetzt hat. Im Austausch wurde schnell deutlich, welche Kandidat:innen die Anforderungen wirklich verstanden hatten und wer von einer anderen Rolle ausgegangen ist.

Erst auf dieser Basis ließ sich sauber unterscheiden, wer langfristig zur Aufgabe passt.


Fazit

Hohe Bewerberzahlen sind kein verlässlicher Indikator für eine erfolgreiche Besetzung.

Gerade bei spezialisierten Rollen im Finance- und Softwareumfeld kommt es darauf an, wie gut die Auswahl getroffen wird.

In diesem Projekt war entscheidend, die Rolle klar zu positionieren, das Umfeld wirklich zu verstehen und Kandidat:innen früh sauber vorzuqualifizieren.

So konnte sichergestellt werden, dass nur Profile in den Prozess gehen, die fachlich passen und sich bewusst für die tatsächlichen Rahmenbedingungen entscheiden.

Eine große Pipeline hätte den Prozess vor allem verlängert und zusätzlichen Abstimmungsaufwand verursacht. Durch die gezielte Vorauswahl wurde der Prozess dagegen klarer, effizienter und deutlich fokussierter.

Am Ende zeigt sich: Nicht die Anzahl der Kandidat:innen entscheidet über den Erfolg, sondern wie gut sie zur tatsächlichen Rolle passen.


FAQ zur Besetzung von Finance-Positionen im Softwareumfeld

Warum sind Senior Finance Positionen in kleinen Softwareunternehmen schwer zu besetzen?

Gerade im deutschen Markt kommen viele Bewerbungen aus der produzierenden Industrie. Softwareunternehmen funktionieren jedoch anders, insbesondere in der Art, wie sie skalieren.

Das betrifft sowohl die Produktlogik als auch die Organisation. Strukturen sind oft schlanker, Teams kleiner und Rollen operativer angelegt. Dadurch passen Erwartungen und tatsächliche Aufgabe häufig nicht zusammen.

Warum ist die Vorauswahl im Recruiting so wichtig?

Eine saubere Vorqualifizierung sorgt dafür, dass nur passende Kandidat:innen in den weiteren Auswahlprozess gehen. Das reduziert Abstimmungsaufwand, spart Zeit und vermeidet unnötigen Aufwand auf Kundenseite.

Welche Rolle spielen LinkedIn Job Slots im Recruiting?

LinkedIn Job Slots können sinnvoll sein, wenn sich die Zielgruppe dort bewegt. Mit überschaubarem Budget lässt sich so eine gute Sichtbarkeit erreichen. Entscheidend bleibt jedoch, wie die Position dargestellt wird und ob die Erwartungen realistisch gesetzt werden.

Handout zum Praxis-Talk „So steuern Sie Stakeholder im Recruiting richtig“

Bewerbungsgespräche führen und darauf vertrauen, dass das Bauchgefühl schon passt? Das reicht heute nicht mehr aus.

In unserem Praxis-Talk am 23. April sprachen unsere Reruiting Experten Leroy Stiller und Stephan Lowatz, darüber wie Abstimmungen im Recruiting-Prozess organisiert werden, damit weniger Reibung entsteht und Entscheidungen schneller fallen.

Im Fokus standen vor allem saubere Anforderungen von Anfang an, klare Rollen und Zuständigkeiten sowie der Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen zwischen den Beteiligten. Ergänzt wurde das durch konkrete Methoden wie strukturierte Intake-Meetings, klare Verantwortlichkeiten und definierte Eskalationswege. Zudem wurde gezeigt, wie sich Fortschritt im Recruiting über Kennzahlen wie Time-to-Hire oder Time-to-Interview messbar machen lässt.

Die wichtigsten Inhalte aus dem Praxis-Talk finden Sie kompakt in unserem Handout zum Download.


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Keine passenden Kandidat:innen? So finden wir trotzdem die richtigen Fachkräfte

Viele Unternehmen kennen dieses Problem: Die Stelle ist offen, die Anforderungen sind klar, aber es kommen einfach keine passenden Bewerbungen rein.

Gerade im technischen und gewerblichen Bereich ist der Markt oft leergefegt. Gleichzeitig sind die Anforderungen hoch und die Suche wird zusätzlich durch interne Abstimmungen oder Rahmenbedingungen erschwert.

Doch genau hier zeigt sich, wie Recruiting wirklich funktioniert.

In diesem Interview gibt unsere Spezialistin Hanna Koppe Einblicke in ein besonders herausforderndes Projekt. Sie zeigt, wie sie trotz eingeschränktem Kandidatenmarkt passende Fachkräfte gefunden hat, welche Ansätze dabei geholfen haben und was andere daraus für ihre eigenen Besetzungen mitnehmen können.


Hanna, Erzähl uns von deinem schwierigsten Recruiting-Projekt, das zu deiner größten Erfolgsstory wurde: Was war die Ausgangslage und Anforderungen?

Das Projekt war eines der schwierigsten, an denen ich gearbeitet habe. Die Position war in Hannover angesiedelt, gleichzeitig gab es aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen des Kunden klare Einschränkungen im Recruiting. Dadurch fiel ein großer Teil des eigentlich passenden Kandidatenmarkts von Anfang an weg.

Besonders schwierig war das, weil der Standort des Kunden stark international geprägt ist und man dort normalerweise genau auf diese Profile angewiesen ist.

Welche kreativen Wege hast du genutzt, um trotz der Einschränkungen passende Kandidat:innen zu finden?

Ich bin aktiv auf die Suche gegangen. Normalerweise starte ich mit Jobtiteln und klassischen Suchbegriffen. In diesem Fall hat das aber nicht funktioniert, weil die hohen Sicherheitsanforderungen den Kandidatenkreis stark eingeschränkt haben und sich passende Profile nicht einfach über Standardtitel finden ließen.

Deshalb habe ich den Ansatz geändert und mich auf die tatsächlichen Anforderungen der Position konzentriert. Ich habe gezielt nach Fähigkeiten und Kenntnissen gesucht, die Kandidat:innen mitbringen müssen, unabhängig vom bisherigen Jobtitel.

So konnte ich auch Profile finden, die auf den ersten Blick nicht perfekt gepasst hätten, inhaltlich aber genau die richtigen Voraussetzungen mitgebracht haben. So konnte ich auch Kandidat:innen erreichen, die auf klassische Stellenanzeigen gar nicht reagieren.

Wie hast du in diesem Projekt intern überzeugt, trotz enger Anforderungen, Zeitdruck oder unterschiedlicher Erwartungen?

Ein Thema war, dass einige Kandidat:innen aus Sicht des Fachbereichs zu viele Jobwechsel hatten.

Mein Ansatz ist dann immer, genauer hinzuschauen: Genau dafür ist unser Pre-Screening da. Ich spreche Wechsel aktiv im Gespräch an und frage nach den Hintergründen. Oft steckt mehr dahinter, als man auf den ersten Blick sieht, zum Beispiel Projektverträge, Umstrukturierungen oder persönliche Entwicklungen.

Diese Informationen gebe ich dann transparent an die Kund:innen weiter. So entsteht ein vollständigeres Bild und die Entscheidung wird nicht nur auf Basis des Lebenslaufs getroffen. Das hat geholfen, Vorbehalte abzubauen und Kandidat:innen eine echte Chance zu geben.

Welche entscheidende Wendung hat das Projekt zum Erfolg geführt?

Die hohen Sicherheitsanforderungen haben den Kandidatenmarkt zwar deutlich eingeschränkt, gleichzeitig war der Arbeitgeber aber sehr attraktiv.

Das hat meine Ansprache deutlich erleichtert. Der gute Ruf des Unternehmens und die damit verbundene Jobsicherheit haben auch Kandidat:innen überzeugt, die ursprünglich nicht aktiv auf der Suche waren oder aus kleineren Unternehmen kamen. Gleichzeitig habe ich in der Ansprache gezielt mit bevorstehenden Projekten gearbeitet, um Kandidat:innen auch inhaltlich abzuholen und für die Rolle zu begeistern.

Das war letztendlich der entscheidende Punkt, der das Projekt zum Erfolg geführt hat. Gerade in einem engen Markt ist es entscheidend, die richtigen Argumente in der Ansprache zu setzen.

Was war deine wichtigste Erkenntnis aus diesem Projekt und wie setzt du sie heute ein?

Die wichtigste Erkenntnis war für mich, nicht zu schnell aufzugeben und den Ansatz immer wieder anzupassen.

Gerade bei schwierigen Projekten funktioniert der erste Weg oft nicht. Dann ist es wichtig, neue Wege auszuprobieren und flexibel zu bleiben.

Heute gehe ich systematisch so vor: Wenn die Suche über Jobtitel nicht funktioniert, wechsle ich direkt zu Fähigkeiten oder anderen Kanälen. So finde ich auch Kandidat:innen, die man über klassische Wege nicht erreicht. Flexibilität ist oft entscheidender als die perfekte Ausgangsstrategie.

Welchen Tipp gibst du aus dieser Erfahrung an andere weiter?

Mein wichtigster Tipp: Am Anfang wirklich Zeit für das Briefing nehmen. Wenn klar ist, welche Skills wirklich gebraucht werden und was eher nice to have ist, spart das später viel Aufwand.

Außerdem gilt: Qualität vor Quantität. Lieber weniger passende Kandidat:innen vorstellen als viele unpassende. Ich prüfe deshalb jeden Schritt sorgfältig vor.

Und ganz wichtig: offen und ehrlich kommunizieren. Wenn etwas nicht funktioniert oder Anforderungen unrealistisch sind, sollte man das frühzeitig ansprechen und gemeinsam Lösungen finden.

Warum lohnt es sich, in solchen Projekten mit uns zusammenzuarbeiten?

Wir geben nicht auf, wenn es schwierig wird, sondern suchen so lange nach Lösungen, bis wir einen passenden Weg finden.

Dabei arbeiten wir sehr eng mit dem Kunden zusammen und stimmen uns sehr regelmäßig ab. Uns ist wichtig, dass jederzeit Klarheit besteht, wo wir im Prozess stehen und was realistisch ist. Diese Transparenz und der offene Austausch helfen dabei, auch in anspruchsvollen Projekten gemeinsam gute Lösungen zu finden. Gerade bei schwierigen Besetzungen macht genau das oft den Unterschied.


Zusammengefasst zeigt das Projekt:

  • Auch bei eingeschränktem Kandidat:innenmarkt lassen sich passende Fachkräfte finden
  • Es lohnt sich, nicht nur nach Jobtiteln, sondern nach Fähigkeiten und Kenntnissen zu suchen
  • Eine enge Abstimmung mit dem Fachbereich und anderen Stakeholdern ist entscheidend
  • Qualität ist wichtiger als Quantität bei der Auswahl anhand definierter Kriterien
  • Offene und ehrliche Kommunikation schafft Vertrauen und bessere Entscheidungen

Sie stehen vor einer ähnlichen Herausforderung? Sprechen Sie uns gerne an.


Handout zum Praxis-Talk: Wie führt man richtig gute Interviews?

Bewerbungsgespräche führen und darauf vertrauen, dass das Bauchgefühl schon passt? Das reicht heute nicht mehr aus.

In unserem Webinar im neuen Format „Praxis-Talk“ am 25. Februar zeigten Stephan Lowatz und Julius Baumann, wie strukturierte und kompetenzbasierte Interviewführung im Recruiting gelingt, von klarer Vorbereitung über die STAR-Methode bis hin zu konkreten Quick Wins für bessere Auswahlentscheidungen.

Im „Praxis-Talk: Wie führt man richtig gute Interviews?“ stand im Mittelpunkt, wie Interviews objektiver, vergleichbarer und professioneller gestaltet werden können. Die wichtigsten Impulse und Methoden finden Sie jetzt kompakt im Handout zum Download.


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Das sind die Recruiting-Trends 2026

Das Recruiting bewegt sich im Jahr 2026 in einem zunehmend vielfältigen Spannungsfeld: Demografischer Wandel, Fachkräftemangel sowie der rasante technologische Fortschritt erzeugen wachsenden Druck auf Unternehmen, ihre HR- und Recruiting-Strategien neu auszurichten. Während Skill-basierte Ansätze zunehmend zur Voraussetzung effizienter Besetzungsprozesse werden, rückt vor allem die Verbindung von technologischer Innovation und menschlicher Empathie in den Mittelpunkt. Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich, wie erfolgreich das Recruiting in diesem Jahr gestaltet wird.


1. Hybrid Intelligence: Mensch und KI als Team

2026 etablieren sich sogenannte Hybrid-Intelligence-Modelle. Dabei werden Daten von KI-basierten Systemen verarbeitet und ausgewertet, während der Mensch die kulturelle Passung und Motivation einschätzt. Diese Kooperation steigert sowohl die Qualität als auch die Geschwindigkeit im Auswahlprozess erheblich.

 2. Human in the Loop: Die Rolle des Recruiters im Wandel

Recruiter:innen werden in Zukunft immer stärker Verantwortung für den Einsatz passender Tools in der Kandidatengenerierung und -auswahl übernehmen. Die Arbeit mit diesen Automatisierungsmöglichkeiten erweitert das Recruiter-Profil im Hinblick auf Effizienz erheblich und führt zu signifikanten Einsparpotentialen für Organisationen.

3. In der Praxis: KI-gestützte Profil-Analyse im Recruiting

Künstliche Intelligenz kann nicht nur die Identifizierung und Ansprache, sondern auch Teile der Vorauswahl von Kandidat:innen übernehmen – der Mensch bleibt aber weiter in der Verantwortung. Die KI hilft, Kandidat:innen effizient mit Stellenanforderungen zu matchen und Bias im Auswahlprozess zu reduzieren. So bleibt mehr Raum für persönliche Interaktion und qualitative Gespräche. Datenschutz und Ethik spielen dabei (wie immer) eine Schlüsselrolle.

4. Datengetriebenes Recruiting und Smart Analytics

HR und Recruiting-Teams nutzen zunehmend präzise KPIs und analytische Daten, um Recruiting-Prozesse kontinuierlich zu optimieren. Von „Time-to-Hire“ bis „Quality-of-Hire“ entsteht so eine faktenbasierte Entscheidungsgrundlage, um die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle in der Organisation zu installieren.

5. Internes Skill-Development

Immer mehr Unternehmen setzen auf interne Karrieremodelle und Talent-Pools. Durch gezieltes Skill-Mapping und Weiterbildungsprogramme entstehen nachhaltige Pipelines. Dies fördert Loyalität, reduziert Fluktuation und spart Rekrutierungskosten. Die enge Verzahnung von Recruiting und Learning & Development wird so zu einem strategischen Asset.

6. Candidate Experience als Wettbewerbsvorteil

Die Candidate Experience entwickelt sich zunehmend zum zentralen Differenzierungsmerkmal. Schnelle Rückmeldungen, transparente Prozesse und wertschätzende Kommunikation wirken sich direkt auf die Arbeitgebermarke aus. Eine positive Erfahrung führt oft zu einer höheren Conversion-Rate und positiven Empfehlungen.

7. Flexible Arbeitsmodelle neu gedacht

Ob Remote, Hybrid oder Work-from-Anywhere: Flexibilität bleibt Dauerthema. Recruiting-Verantwortliche müssen standortübergreifend denken und internationale Regularien einbeziehen. Organisationskultur und Vertrauen bilden dabei die Basis.

8. Modernes Employer Branding

Authentizität, Werte und Sinn prägen das Employer Branding 2026. Social Media, Mitarbeiter-Testimonials und eine klare Kommunikation stärken die Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber. Emotionale Storytelling-Ansätze sorgen für nachhaltige Bindung.

9. Nachhaltigkeit als Entscheidungskriterium

Talente achten zunehmend darauf, wie nachhaltig Unternehmen agieren. Nachhaltige Initiativen, CO₂-Bilanzen und soziale Verantwortung werden offen kommuniziert und evaluierbar gemacht. Wer glaubwürdig handelt, zieht die richtigen Kandidat:innen an.

10. Skalierbare Kapazitäten-Planung

Die letzten Jahre haben in vielen Organisationen Spuren hinterlassen. Um trotz wirtschaftlicher Veränderungen agil zu bleiben, setzen Unternehmen deshalb vermehrt auf flexible Kooperationen mit Spezialagenturen, On-Demand-Recruitern oder auf RPO-Modelle (Recruitment Process Outsourcing), die planbare Entlastung und nachhaltige Expertise bieten. Diese Modelle ermöglichen skalierbare Lösungen bei kurzfristigen Personalbedarfen und saisonalen oder wirtschaftlichen Schwankungen.


Fazit: Das Recruiting im Jahr 2026 ist intelligent, menschlich und messbar

Der Recruiting-Erfolg von morgen liegt in der Kombination aus Technologie, Empathie und Datenkompetenz. Personalberatungen und Unternehmen, die diese drei Säulen strategisch verbinden, positionieren sich als Vorreiter – und sichern sich langfristig den Zugang zu den besten Talenten.

Kontaktieren Sie uns jederzeit, wenn Sie wissen möchten, wie Ihre Recruiting-Strategie 2026 aufgestellt sein sollte. Unsere Expert:innen beraten Sie individuell zu Trends, Tools und Talentstrategien der Zukunft.

Fit für das Recruiting 2026 mit unserer Checkliste

Mit unserer Checkliste für das Recruiting 2026 können Sie schnell und einfach überprüfen, ob Sie an alle wichtigen Themen für das neue Jahr gedacht haben. Und falls noch etwas fehlt, stehen wir in den Startlöchern, um zu unterstützen – sei es mit Expertise oder Personal für Ihr Recruiting!

Interesse an unseren Empfehlungen für dieses Jahr? Dann einfach hier eintragen und unsere Checkliste direkt ins Postfach erhalten.

Pflegenotstand und Ärztemangel: Erfolgreiche Recruiting-Strategien im Gesundheitswesen

Im Bereich Healthcare schlagen Fachkräftemangel und Demographischer Wandel besonders intensiv zu – für Recruiter:innen ist es deshalb entscheidend, über die neuesten Trends und Entwicklungen informiert zu bleiben.

Mit langjähriger Branchenerfahrung kennt sich Julius Baumann mit innovativen Ansätzen im Healthcare Recruiting bestens aus und teilt praxisnahe Strategien, wie Arbeitgeber gezielt Pflegekräfte und Ärzt:innen gewinnen und langfristig binden können.


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Handout zum Webinar: Post & Win statt Post & Pray

Stellenanzeigen schalten und hoffen, dass die richtigen Kandidat:innen sich melden? Das war gestern!

Einfaches Posting reicht in vielen gefragten Jobfamilien längst nicht mehr aus, um passende Talente zu gewinnen. Recruiting Manager Stephan Lowatz zeigt im Webinar, wie passive Recruiting-Kanäle effektiv eingesetzt werden können – von Social Media Ads bis QR-Code in der U-Bahn.

Im Webinar am 29.10. hat unser Recruiting Manager Stephan Lowatz verraten, wie aus „Post & Pray“ endlich „Post & Win“ wird!


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Handout zum Webinar: 5 Praxis-Tipps für richtig gutes Active Sourcing

Wer offene Stellen zeit-, kosten- und qualitätsgerecht besetzen möchte, darf sich nicht nur auf passive Recruiting-Kanäle verlassen, sondern muss proaktiv auf potenzielle Bewerber:innen zugehen.

Das gilt insbesondere in kompetitiven Sektoren, wie z.B. IT oder Engineering. Hier ist es ohne Active Sourcing kaum mehr möglich, ausreichend qualifizierte Kandidat:innen zu gewinnen.

Recruiting Manager Stephan Lowatz hat im Webinar am 27.08. seine 5 stärksten Tipps für wirklich erfolgreiches Active Sourcing verraten – garantiert praxisnah, umsetzbar und wirksam.


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„IT-Recruiting muss raus aus der Komfortzone“

Die Rekrutierung von IT-Talenten ist für viele Unternehmen eine aktuelle Herausforderung. Christian Dreischmeier, Teil unseres IT-Recruiting Teams, spricht im Interview über wertvolle Impulse für die Ansprache dieser Zielgruppe.

Christian, Du arbeitest schon seit vielen Jahren im IT-Recruiting. Was hat sich deiner Meinung nach in den letzten Jahren in diesem Bereich verändert?

Die größte Veränderung ist ganz klar und gilt im Grunde für den gesamten Arbeitsmarkt: Die Machtverhältnisse haben sich verschoben. Früher haben sich Kandidat:innen auf eine Stellenanzeige beworben – heute bewerben sich Unternehmen bei Kandidat:innen. Das gilt eigentlich schon mehrere Jahre, aber es ist besonders im viel vertretenen Mittelstand noch nicht überall angekommen. Gerade in der IT ist der Markt komplett kandidatengetrieben. Wer heute Entwickler:innen, Cloud-Architekt:innen oder Security-Spezialist:innen sucht, muss aktiv werden – und zwar nicht erst, wenn der Bedarf akut ist, sondern proaktiv, kontinuierlich und strategisch.

Viele Unternehmen setzen trotzdem nach wie vor auf klassische Anzeigen und warten auf Bewerbungen. Funktioniert das überhaupt noch?

In der Breite: nein. Es kann funktionieren, wenn die Arbeitgebermarke sehr stark ist – bei bekannten Tech-Unternehmen zum Beispiel. In einigen Bereichen gibt es aktuell auch viele suchende Junior-Profile, aber in der Regel bekommen Unternehmen entweder nur sehr wenige oder nicht ausreichend qualifizierte Bewerbungen. Wer wirklich passende IT-Fachkräfte gewinnen will, muss dahin gehen, wo diese unterwegs sind – digital, vernetzt und oft nicht aktiv suchend.

Kannst du ein Beispiel aus deiner Praxis geben, wie das in der Realität funktioniert?

Gerne. In einem meiner Projekte ging es zum Beispiel um die Besetzung einer Position als Cloud Architect – ein zentrales Profil mit Verantwortung für die Cloud-Infrastruktur einer komplexen Systemlandschaft. Der Kunde hatte bislang ausschließlich über Stellenanzeigen und Personalvermittlungen gearbeitet – ohne Erfolg. Active Sourcing war bisher kein Thema, in den Fachbereichen war das gar nicht bekannt. Innerhalb der HR-Abteilung gab es kein eigenständiges Recruiting und, wie so oft, lediglich Personalsachbearbeitende zum Schalten und Sichten von Stellenanzeigen. Wir haben dann vorgeschlagen, genau das zu tun: gezieltes, professionelles Active Sourcing.

Wie genau bist du dabei vorgegangen?

Zunächst haben wir ein sehr klares Anforderungsprofil erstellt, inklusive Anpassung der Stellenanzeige mit Informationen über anstehende Projekte, die Teamstruktur, sowie Employer-Value-Propositions, Remote-Optionen, Entwicklungsmöglichkeiten und auch anstehende Projekte. Dadurch haben wir individuell passende Kandidat:innen identifiziert und direkt angesprochen – und zwar mit einer persönlicher Nachricht, konkretem Bezug auf Projekte und handfesten Mehrwerten. Innerhalb von vier Wochen hatten wir mehrere qualifizierte Gespräche und nach sechs Wochen war die Stelle besetzt.

Und wie hat der Kunde reagiert?

Er war erstmal überrascht; nicht nur über die Schnelligkeit, sondern auch über die Qualität der Kandidat:innen. Heute gehört Active Sourcing für solche Positionen fest zum Recruiting-Repertoire des Unternehmens. Das Mindset hat sich verändert: Der Kunde hat verstanden, dass es nicht reicht, auf Bewerbungen zu warten. Man muss als Unternehmen auch sichtbar und ansprechbar sein, und zwar aktiv, professionell und authentisch.

Welche Plattformen nutzt du denn regelmäßig im IT-Sourcing?

Für Active Sourcing ist LinkedIn die erste Wahl – gut gepflegte Profile, viele Filtermöglichkeiten, hohe Aktivität. GitHub eignet sich hervorragend, um Entwickler:innen über ihre Projekte und Interessen zu identifizieren. Auch Stack Overflow, vor allem in der Kombination mit Employer Branding-Kampagnen, kann spannend sein. Darüber hinaus setze ich gerne auf Employee Referrals – wenn sie gut organisiert sind, bringen sie oft die besten Matches.

Wie wichtig ist dabei das Thema Candidate Experience?

Extrem wichtig. Der erste Eindruck zählt – und das ist oft schon die erste Nachricht auf LinkedIn. Standardtexte oder generische Anfragen schrecken ab. Wer dagegen zeigt, dass er sich wirklich mit dem Profil beschäftigt hat, Interesse an der Person hat und ehrlich kommuniziert, erhöht die Chancen enorm. Auch der weitere Prozess muss schnell, klar und transparent sein – sonst sind gute Kandidat:innen sofort wieder weg. Der telefonische Kontakt bewirkt Wunder!

Als Recruiting-Berater bist du ja häufig für Kunden im Einsatz und arbeitest mit unterschiedlichen Fachbereichen zusammen. Welche Rolle spielt hier die Zusammenarbeit mit Hiring Manager:innen?

Eine sehr große. Das beste Sourcing nützt nichts, wenn das interne Briefing schwach ist oder Entscheidungen im Prozess verzögert werden. Ich lege viel Wert auf eine enge Abstimmung mit dem Fachbereich: Wer wird wirklich gesucht? Was sind Must-haves vs. Nice-to-Haves? Wie läuft das Team? Wenn das klar ist, kann ich gezielt sourcen und auch glaubwürdig kommunizieren.

Welche Tipps würdest du einem Unternehmen geben, das sein IT-Recruiting verbessern möchten?

Erstens: Investiert in gute Vorbereitung. Ein sauberes Anforderungsprofil spart später viel Zeit. Zweitens: Werdet aktiv. Wartet nicht auf Bewerbungen, sondern sucht gezielt. Drittens: Nutzt externe Expertise, wenn ihr keine spezialisierten IT-Recruiter:innen im Haus habt. Gute Recruiter:innen bringen nicht nur Kontakte, sondern auch Tools, Erfahrung und Know-how mit. Und viertens: Stellt Candidate Experience über alles. Die besten Kandidat:innen gehen dahin, wo man sich am besten um sie kümmert – und das beginnt schon beim ersten Klick.

Christian Dreischmeier, IT-Recruiting Manager

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